Weinbau ist weit mehr als nur nüchterne Landwirtschaft. Zwar gibt es essentiellere Produkte des Landbaus, denkt man an Getreide, Kartoffeln oder anderes Wurzelgemüse. Vor dem Hintergrund einer gesunden Ernährung ist Wein verzichtbar – aus kultureller und sozialer Perspektive wiederum ist er das eher nicht. Weisheiten, die letzteres stützen, reichen vom antiken griechischen Dichter Euripides: „Wo aber der Wein fehlt, stirbt der Reiz des Lebens“ über die Bibel (Luther übersetzte in Psalm 104: „dass der Wein erfreue des Menschen Herz“) bis zu Werner Mitsch, der sagte: „Wer die Wahrheit im Wein finden will, darf die Suche nicht gleich beim ersten Glas aufgeben.“
Malerische Ausblicke, idyllische Güter
Mitschs Anregung ist ein Aphorismus und darf freilich nicht als Handlungsempfehlung missverstanden werden, um Weingüter per Fahrrad zu entdecken. Nichts gegen eine Kostprobe, doch die Schönheit der Landschaft, die Sachsens Weingüter mit prägen, lässt sich nüchtern ohnehin viel intensiver – und sicherer – wahrnehmen. Ausgangspunkt einer Tour könnte Weinböhla sein, wohin man bequem mit der S-Bahn gelangt. In einem historischen Weingut im Ortskern befindet sich heute ein Heimatmuseum, das auch Weinbaugeschichte erzählt. Über dem Ratsweinberg, am mit 211 Metern ü. N. N. höchsten Punkt des Ortes, erhebt sich der Wartturm und bietet einen malerischen Ausblick ins Elbtal. In Meißen locken Altstadt und Albrechtsburg, die Weinerlebniswelt der Winzergenossenschaft lädt zur Rast, bevor auf dem Elberadweg zurück weitere Weingüter warten. Eine genaue Beschreibung der „Weinerlebnistour“ ist auf der Website der Dresden Marketing GmbH (dresden-elbland.de) zu finden.

Das alte Meißen, Herz des sächsischen Weinbaus, mal tief verschneit. Blick von der Kirche St. Afra hinüber zum Dom. © Foto: Dietmar Brück, Wikimedia

Das Fahrradbuch
Jan Wittenbrink
Marmota Maps, ISBN: 978-3946719465